Nationalmannschaft - Schwul ist ein schweres Thema?
von LooMee am Mrz.25, 2011 um 07:26, unter Blog, Eilmeldungen, Sport
Im Interview mit der Bildzeitung kann man deutlich erkennen, welche Meinung der DFB bezüglich Homosexuellen hat. Theo Zwanziger wird zitiert als er Stellung nimmt zu der Aussage im letzten Tatort, dass die halbe Nationalmannschaft inklusive Trainerstab schwul sei: "Natürlich wird in einem Fernsehfilm auch mal die Realität überzeichnet, weil nur so Nachdenken, Toleranz und Respekt entwickelt werden können. Allerdings sollte man bei schwierigen Themen auch sensibel bleiben und nicht durch unwahre oder unnötige Randbemerkungen von der eigentlichen Aufgabe ablenken."
Bezeichnend an dem Zitat finde ich, dass das Thema als schwierig bezeichnet wird. Ungeheuerlich, denn dieses Thema sollte doch mittlerweile als normal angesehen sein. Bei Politikern, Künstlern und "normalen" Menschen ist es doch längst toleriert, aber warum macht sich diese Gruppe von Menschen jetzt Sorgen um ihren Ruf. Ist ein schwuler Mensch etwa schlechter als ein sogenannt "normaler" Mensch. Lieber Herr Zwanziger, ich nenne ihnen sofort tausende von Themen die man als schwer bezeichnen könnte, aber Homosexualität gehört eindeutig nicht dazu. Vielleicht sollte die Nationalmannschaft mal mit einem Wagen auf den CSD (Schwulen- und Lesbenparade) in Köln oder Berlin gehen, dann wird wohl nicht mehr diskutiert.
Aber auch Oliver Bierhoff wird zitiert: "Dieser Satz im ,Tatort’ hatte ja keine inhaltliche Relevanz. Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie – die Familie der Nationalelf. Und das ärgert mich." Natürlich kann ich verstehen, wenn man sich persönlich angegriffen fühlt, vor allem weil ja auch er in den Kreis der Verdächtigen gezogen wurde, aber wenn er sich gegen solch ein Gerücht nicht wehren würde, sondern die Geschichte eher mit einer gewissen Portion Humor nehmen würde, dann würde er den tatsächlich homosexuellen Menschen deutlich mehr Respekt zollen.


