Filmkritik: Restrepo - Kriegsdokumentation
von Frl.Frost am Aug.15, 2011, unter Blog, Kino, Neu auf DVD / Blu-ray
Ich mag weder Dokus noch Kriegsfilme. Also eine Kriegsdoku ist für mich persönlich die Hölle! Dieser Film machte da keine Ausnahme. Doch aus ganz anderen Gründen: Hier wird in unendlich traurigen Bildern die gesamte Sinnlosigkeit des Krieges gezeigt. Kinder, die nicht wissen, was sie erwartet. Tote Soldaten, die wahrscheinlich gerade mal 20 Jahre alt geworden sind und immer wieder nur Tod und Krieg. Gut, auch solche Filme müssen sein und man sollte diesen als Pflichtfilm in Schulen zeigen, doch für mich war es einfach nur grausam und qualvoll zu sehen, wie Menschen völlig sinnlos geopfert werden. Und sie wussten nicht einmal warum.
Ich empfehle diesen Film jedem, der sich mal ein Bild über den Afghanistan-Krieg machen möchte. Aber leichte oder gar schöne Kost ist das bestimmt nicht. Also seid gewarnt. Alles andre soll jeder für sich selbst entscheiden.
Inhalt:
Im Jahre 2007 freut sich der 20 Jahre alte Armeesanitäter Juan Restrepo auf seinen Einsatz in Afghanistan: „Das wird verrückt! Wir lieben das Leben! Und wir ziehen in den Krieg!“ Dabei filmt der Amerikaner sich selbst mit seinem Handy. Doch es kommt alles anders: Die Taliban locken seine Patrouille im afghanischen Korengal-Tal in einen Hinterhalt. Restrepo, von zwei Schüssen in den Hals getroffen, verblutet im Helikopter, auf dem Weg ins Feldlazarett. Das ist Krieg, Mann. Zu Ehren ihres gefallenen Kameraden gaben die Soldaten des 2nd Platoon der Battle Company, 173rd Airborne Brigade, ihrem Gefechtsvorposten hoch über dem Korengal-Tal, direkt an der Frontlinie den Namen „Restrepo“. Und diesen Posten werden sie ums verrecken halten.
Warum? Das weiß keiner der unglaublich jungen Soldaten selbst so genau. Aber es wird schon wichtig sein. Dafür stehen und bluten sie ja schließlich alle. Auf einem Bergkamm graben sie mit bloßen Händen ihren Vorposten aus. Sie graben wie die Verrückten,. Wenn die Taliban sie beschießen, von einem der 3000 Meter hohen Gipfel ringsum, schießen sie zurück. Wenn Feuerpause herrscht, graben sie weiter.
Der Mini-Stützpunkt besteht aus kaum mehr als ein paar Hütten und Gruben, durch Sandsäcke geschützt. Es gibt kein Wasser, kein Strom, kein Internet. Als Ansporn und zum Mut machen kleben die Soldaten ein Foto ihres toten Kameraden Restrepo an eine Ziegelmauer. Ein Leben zwischen Töten und der Hoffnung, selber nicht dran glauben zu müssen. Nach 14 Monaten dürfen die Jungs dann endlich nach Hause. Zumindest, was von ihnen übrig ist. Sie werden nie wieder dieselben sein.


