Iris Berben: Der Schlüssel liegt in der Aufklärung

Iris Berben - First Steps Awards 2013, BerlinIris Berben hat sich für eine bessere Diskussionskultur in der Flüchtlingsfrage eingesetzt. Die Schauspielerin macht bei der Buchreihe "Mein Kampf gegen Rechts" der Initiative "Gesicht zeigen" mit und schrieb das Vorwort. Zum kontrovers-gewählten Titel sagte Iris Berben im Interview mit der "Welt": "Es ist ein legitimes und fast satirisches Mittel, um zu sagen: Wir zeigen euch jetzt die Menschen, die aufgrund dieses Buches, das 1925 entstanden ist, Ausgrenzung erfahren - und zwar in der heutigen Zeit. Und wir zeigen darin Menschen, die gegen Ausgrenzung ankämpfen, die sich auf vielfältige Weise dem Hass entgegenstellen. Die Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen macht es den Menschen immer leichter."

Die jüngsten Vorfälle in Bautzen oder Clausnitz lassen die Schauspielerin frösteln: "Fast möchte ich sagen, ich ekele mich davor, wozu Menschen fähig sind. Woher kommt dieser Hass? Ich begreife Wut, ich kann verstehen, dass Bürger sich nicht mehr vertreten fühlen, wenn sie das Gefühl haben, dass über sie hinweg entschieden wird, ich verstehe auch Angst und Verunsicherung. Ich verstehe sogar, dass sie deshalb eine neue Partei gründen. Das verstehe ich alles. Aber nichts rechtfertigt diese Ausfälle und Angriffe gegen Menschen, gegen die Politiker, auch gegen die Presse, in einer derart primitiven Weise." Daher glaubt Iris Berben, der Schlüssel liege in der Aufklärung und der Kommunikation: "Es fehlt eine Aufklärung, es fehlt, dass man Menschen in aller Deutlichkeit sagt: Es ist kein deutsches Problem, es ist kein europäisches Problem, es ist ein Weltproblem. Man hat viel zu spät informiert über die Krisenherde, die es weltweit gibt und was das für uns bedeutet. Die Welt ist so offen und miteinander vernetzt. Warum wird darüber nicht geredet?"

Foto via BANG Showbiz