Aggro Berlin schließt die Pforten, Sido nun ohne Plattenvertrag?

Kurz vor Ostern gibt Aggro Berlin folgendes bekannt: „Als Plattenfirma hat AGGRO BERLIN alles erreicht, was zu erreichen ist. Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Die Plattenfirma schließt, AGGRO BERLIN widmet sich mit altem Enthusiasmus neuen Aufgaben und Geschäftsbereichen. Die Künstler, die mit AGGRO BERLIN gearbeitet und gekämpft haben, sind erwachsen geworden. Sie sind bestens in Lage, auf eigenen Füßen zu stehen und ihren Weg selbst zu gehen. Mit unserem Partner Universal Music haben sie alle Möglichkeiten. Wir wünschen ihnen alles Gute und viel Glück. Danke für die spannenden und erfolgreichen Jahre. Wir danken vor allem unseren Fans. Wir haben gefeiert und gelitten. Wenn ihr zu Musik von uns zum ersten Mal gekifft, geklaut oder ge****t habt, sind wir für immer!“

Nach immerhin 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Plattenfirma kommt diese Meldung durchaus überraschend. Bushido verließ das Label schon im Jahre 2004, andere bekannte Künstler waren bis zum Schluß bei Aggro Berlin unter Vertrag. Sido, Fler und Tony D gehen nun getrennte Wege.

Das Label wurde im Jahr 2001 von Specter, Spaiche und Halil gegründet. Die Gewerbeanmeldung wurde rückwirkend zum 1. Januar 2001 ausgestellt. Als erste Künstler wurden Sido und B-Tight unter Vertrag genommen. Kurz darauf folgte Bushido, der später zunächst zu Universal Music und dann zu Sony BMG wechselte.

Das Plattenlabel war dafür bekannt, Musiker mit auffallend aggressiven Texten zu fördern – einige Titel sind der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Indizierung vorgeschlagen worden. In den Fällen der Label-Sampler Aggro Ansage Nr. 2, Aggro Ansage Nr. 3, Aggro Ansage Nr. 4 und Aggro Ansage Nr. 5 (Normal + Premium Edition) führte dies letztendlich zur Indizierung. Auch das vielbeachtete Soloalbum Vom Bordstein bis zur Skyline von Bushido und das kurz vor Platinstatus stehende Album Maske wurden indiziert. Die Texte waren meist sehr provokant und wurden oft als massiv frauen- und/oder schwulenfeindlich und gewaltverherrlichend betrachtet. Trotzdem (oder gerade deswegen) waren sie auch bei vielen Jugendlichen sehr beliebt.

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