Neue OZ: Kommentar zu Michael Jackson

Osnabrück (ots) – Mediziner im Zwielicht

Wann immer Michael Jackson mit dem Finger schnippte, mit der Hüfte kreiste oder den Mund aufmachte – es war eine Schlagzeile wert. Sein Tod aber übertrifft alles, er löst Schockwellen aus, wie sie kein Song und kein Skandal verursachen kann. Damit steht er auf dem Gipfel eines traurigen Ruhms, den vor ihm nur wenige Persönlichkeiten wie Elvis Presley, John Lennon oder Prinzessin Diana unfreiwillig erklommen haben.

Jacksons ganzes Leben war ein großes Geheimnis – da hätte es fast überrascht, wenn die Umstände seines Todes schnell aufgeklärt wären. Und doch ist die Ungeduld seiner Familie, Freunde und Fans nur allzu verständlich. Bei aller angebrachten medizinischen Sorgfalt kann man vor allem die Angehörigen nicht über Wochen vertrösten und im Unklaren lassen.

Besonders dubios erscheint dabei die Rolle von Jacksons Leibarzt: Wieso hat der Mann den Ort des Geschehens verlassen, als die Rettungskräfte nahten? Weshalb ist er vorübergehend untergetaucht, was hat er gemacht, bevor er sich den Fragen der Polizei stellte? Und vor allem: Wie und mit welchen Medikamenten hat er seinen einzigen Patienten behandelt? Solange diese Fragen nicht beantwortet sind, macht es für den Mediziner wenig Sinn, auf seiner Rolle als Zeuge zu beharren – er steht zumindest im Zwielicht, wenn nicht gar unter Verdacht.

Quelle: OZ / presseportal.de

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