Das Supertalent: Diese Finalisten sind die Favoriten im großen Finale

Das große Finale von „Das Supertalent“ steht an. Aufgrund der überraschenden Entscheidung der Jury sind nicht nur zehn, sondern sogar zwölf Kandidaten im Finale und haben die Chance auf den Gewinn von 100.000 Euro. Die Finalshow wird ziemlich musiklastig, hat doch das Publikum nur einen Nicht-Musiker ins Finale gewählt: Yvo und seine Hundedame Primadonna. Die beiden haben allerdings auch wirklich eine gute Show abgeliefert.

Beginnen wir unsere Aufzählung mal mit den Kandidaten, die wohl eher schlechtere Chancen auf den Sieg haben:

Karin Andreev überraschte mit einem unpassend erscheinenden Äußeren zu ihrer Opernstimme. Doch nach Casting und Halbfinale dürfte die Überraschung nun auch beim letzten verflogen sein. Im Finale wird nur eine außergewöhnliche Stimme den Ausschlag geben. Doch mit der Stimme einer Susan Boyle oder eines Paul Potts ist Karin Andreev beim besten Willen nicht gesegnet. Ihr Auftritt im Casting war zwar gut, lebte aber mehr von der Überraschung. Im Halbfinale hingegen konnte das äußerst stimmungsvolle Bühnenensemble weitaus mehr überzeugen als Karins Stimme. Doch im Finale werden wohl alle Tricks nicht mehr über stimmliche Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen können.

Sven (37) und Sebastian (30) treten gemeinsam als „Goldmänner“ auf und genauso goldig sind sie im Halbfinale ausgeschieden. Lediglich der Juryentscheid ermöglicht ihnen die Teilnahme am Finale. Dass die Jury sich für Akrobaten entschieden hat, finde ich persönlich gut. Ein fast reines „Sängerfinale“ hätte ich eher langweilig gefunden. Doch der schwedische Jongleur Johann Wellton, die Wassernixe Natalia Macauly oder die Rollschuhakrobaten Roma und Sven gefielen mir wesentlich besser als die Goldmänner, da ihre Auftritte innovativer waren.

Aufgrund des Zuschauervotings ist Petruta Küpper ins Finale eingezogen. Mit den gefühlvollen Klängen ihrer Panflöte versucht sie auf ähnlichem Wege wie Michael Hirte, der Gewinner der letzten Staffel, sich zum Sieg zu musizieren. Doch das Spiel einer Panflöte erscheint mir bei weitem nicht so erfolgsversprechend wie die Mundharmonika zu sein. Mit dieser können Lieder nämlich wesentlich emotionaler alleine gespielt werden, während die Panflöte im weitaus größerem Umfang auf die Begleitmusik angewiesen ist. Zurück bleibt so bei mir nur das Gefühl etwas Ähnliches bereits gesehen zu haben, nur besser.

Carlotta Truman singt für ihr junges Alter wirklich erstaunlich gut und es freute mich für sie, dass sie von den Zuschauern ins Finale gewählte wurde. In der nun letzten Show sehe ich für sie allerdings eher schlechte Chancen auf den Sieg. Die Konkurrenz der anderen „kleinen“ Sänger erscheint mir einfach zu groß. Zumindest in den Halbfinalshows haben mich nämlich Richard Istel, Fabienne Bender oder Tamina Geuting mehr überzeugen können. Sofern ich mich nicht irren sollte, hoffe ich aber zumindest, dass nicht allzu viele Tränen bei dem kleinen süßen Fratz fließen werden.

Davy Kaufmann (40) sang sich mit seiner gefühlvollen Stimme in die Herzen vieler Zuschauer. Mich vermochte er allerdings noch nicht so recht für sich einnehmen. Bei jedem seiner Auftritte irritiert mich nämlich sein Ausdruck in den Augen, die auf mich geradezu emotionslos wirken. Ich glaube auch nicht, dass er es ohne berühmten Vater und rührselige Geschichte ins Finale geschafft hätte. Doch das und eine Stimme, die „ganz nett“ ist, wird wohl kaum für den Sieg reichen.

Auch bei Oliver Römer (41) aus Bremen schien es mir eher die rührende Geschichte zu sein, die ihn so weit kommen ließ. Im Gegensatz zu Davy Kaufmann sang er allerdings nicht sonderlich gut. Er hat zwar eine außergewöhnliche Gesangsstimme, aber außergewöhnlich gut ist sie nicht gerade. Durch Pushen von Seiten der Jury konnte er es bis ins Finale schaffen, wirkliche Siegchancen sehe ich aber nicht bei ihm, da er von den Sängern relativ eindeutig einer der schlechteren ist.

Hannes Schwarz (25) wurde von der Jury ins Finale geschleust. Eine gute Wahl, macht seine Show doch einiges her und ist unterhaltsam. Wirkliche Siegchancen sehe ich für ihn aber leider nicht. Selbst eine spektakuläre Feuershow kann wohl kaum eine größere Menge an Zuschauern überzeugen. Schließlich leben Feuershows auch immer von einem gewissen Nervenkitzel, den man aber nur erfährt, wenn man live dabei ist. Im Fernsehen kommt es zwar immer noch gut rüber, aber bei weitem nicht so überzeugend wie live. Schade, aber vielleicht gewinnt der sympathische Feuerteufel durch seine Auftritte bei „Das Supertalent“ mehr Bekanntheit und dadurch auch mehr Auftritte.

Nachdem wir uns nun mit den Kandidaten, die eher schlechtere Siegchancen haben, beschäftigt haben, kommen wir nun zu den Favoriten:

Vanessa Calcagno (24) wurde im ersten Halbfinale von den Zuschauern ins Finale gewählt. Sie hat eine wirklich gute Stimme und muss zu den Favoriten gezählt werden, auch wenn ich ihr den Sieg nicht so recht gönnen würde. Die Gute hat nämlich bereits den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2008 gewonnen. Außerdem hat sie (teilweise wirklich erfolgreich) bei verschiedenen Castingshows teilgenommen, z. B. bei DSDS oder bei der Luxemburger Version von „Das Supertalent“. Den Sieg würde ich dann doch eher jemandem gönnen, der noch nicht so viele Erfolge in Fernsehshows und bei Wettbewerben feiern durfte.

Yvo Antoni (30) und seine Hündin Primadonna haben als Kölner einen klaren Heimvorteil. Doch auch ohne diesen hätten sie wohl gute Siegchancen. Schließlich wurden sie als einzige Nichtmusiker vom Publikum weitergewählt. Da sonst vor allem Musiker im Finale antreten und Yvo einer der wenigen Artisten ist, dürfte er die meisten der Stimmen von den Zuschauern bekommen, die eben mal keinen Musiker als Gewinner haben wollen. Die Konkurrenz ist für Yvo nicht allzu groß, da es nur zwei andere Auftritte gibt, in denen nicht musiziert wird. Und außerdem ist ihre Hundeshow einfach goldig. ;-)

Die größten Siegchancen dürften bei „Das Supertalent“ 2009 aber die Kindersänger haben. Schließlich sind dieses Jahr wirklich ein paar Ausnahmetalente dabei und ehrlich gesagt, fand ich, dass ein paar der „kleinen“ Sänger sogar ihre erwachsene Konkurrenz in den Schatten gestellt haben. Auch live muss es ähnlich geklungen haben, verriet doch auch Moderator Daniel Hartwich in einem Interview, dass er den Kindersängern in diesem Jahr die größten Chancen einräume.

Die fast völlig blinde Fabienne Bender (13) wurde von Dieter Bohlen zum Halbfinale ein neues Keyboard geschenkt. Irgendetwas muss dies bei Fabienne bewirkt haben. Im Casting fand ich sie nicht allzu überragend, doch im Halbfinale sang sie mit so einer Emotionalität und so viel Gefühl in der Stimme, dass es wirklich anrührte. Wenn sie schafft, im Finale einen ähnlich guten Auftritt hinzulegen, könnte es sogar sein, dass sie am Ende die Siegerin von „Das Supertalent“ wird.

Um eine wechselhafte Qualität ihrer Auftritte scheint man sich bei Tamina Geuting keine Sorgen machen zu müssen. Die begabte Nachwuchssängerin ist zwar erst elf, singt aber bereits wie eine ganz Große. Dementsprechend überraschend war es, dass sie trotz eines wirklich guten Auftritts nicht ins Finale kam. Ausschlaggebend dafür dürfte der Auftritt von Richard Istel gewesen sein, der ins Halbfinale nachrückte und einfach ein klein wenig besser gesungen hatte. Sollte diesem aber im Finale ein Fehler unterlaufen, wird Tamina wohl die besten Chancen auf den Titel „Das Supertalent“ haben.

Aber ich hoffe mal einfach, dass Richard Istel keine Fehler unterlaufen werden. Das kann schließlich leicht passieren. Ich persönlich war sehr überrascht, als ich seinen Auftritt im Halbfinale sah. Sein Auftritt im Casting hatte mir nicht sonderlich gut gefallen. Als ich hörte, dass Richard Istel nun für Dima Schein nachrückt, war ich dementsprechend wenig begeistert. Doch änderte ich meine Meinung bereits beim Intro von „I’ll be there“. Der Song schien für Richard Istel geradezu wie gemacht, besser hätte man ihn kaum singen können. Es war erstaunlich, mit wie viel Gefühl der erst Zehnjährige den Song interpretierte. Außerdem schien er sich auf der Bühne wirklich wohl zu fühlen. Wenn es ihm gelingt, seine grandiose Leistung aus dem Halbfinale in der alles entscheidenden Finalshow zu wiederholen, wird er wohl die besten Siegchancen haben. Ich würde es ihm auf jeden Fall gönnen.

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