DSDS 2010: Angebote zum Sex und Urinflecken in der 1. Castingshow

Endlich war es soweit. Von vielen schon lange erwartet, begann nun endlich mit DSDS 2010 die siebte Staffel der Erfolgsshow. Bereits seit Tagen wurde man von RTL in der Vorschau ja durch kurze Einblendungen auf die neue Staffel neugierig gemacht. Wie immer waren sowohl gute Sänger zu hören als auch die allseits beliebten Kandidaten, die weniger mit Talent als vielmehr mit Unterhaltungspotenzial „gesegnet“ sind. Und von beiden Sorten war auch direkt in der ersten Castingshow von DSDS 2010 so einiges zu sehen und zu hören. Schließlich wurden mit 35000 Kandidaten neue Rekorde aufgestellt.

DSDS 2010 Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller

Die Show begann mit dem aufsehenerregenden Einzug der Jury. Wie auch im letzten Jahr besteht die Jury aus der Ex-MTV-Moderatorin Nina Eichinger, dem Musikmanager Volker Neumüller und natürlich dem Poptitan Dieter Bohlen. Dieser hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass seine Sprüche in diesem Jahr noch härter ausfallen würden. Und schon mal vorweg: Er hat nicht zu viel angekündigt.

Der erste Auftritt der Jury erfolgte stilsicher fast ganz in weiß. Direkt aus dem Flugzeug ging es über den roten Teppich in weiße Cabrios. Lediglich Dieter Bohlen leistete sich mit peinlicher Sonnenbrille, für die er jeden Kandidaten zur Schnecke gemacht hätte, einen modischen Aussetzer.

Christian Brauner (22) aus Dessau.

Direkt der erste Kandidat, Christian Brauer (22) aus Dessau, setzte neue Maßstäbe in Sachen Peinlichkeit. Irgendwie konnte einem der Gute beinahe leid tun. Fast etwas weinerlich erzählte er in die Kamera, dass er noch nie Sex hatte, dies aber gerne mit Jury-Mitglied Nina Eichinger nachholen würde. Dieser Wunsch wurde ihm jedoch nicht erfüllt und auch seine Chancen auf den Recall sanken auf null, als er zu singen begann. Dieter Bohlen fertigte ihn hart, aber ehrlich ab: „Das war’n bisschen Scheiße. […] Ein Froschfurz hat mehr Power.“ Tja, das war wohl nichts, lieber Christian.

Der nächste Kandidat war Helmut Orosz (30), der bereits sein Geld als Musiker verdient. Früher jobbte er auch als Straßenmusiker, doch war es ihm unter Brücken irgendwann zu kalt. ;-) Der wirkliche Erfolg ist ihm bisher verwehrt geblieben, doch vielleicht ändert sich dies ja jetzt durch DSDS 2010. Mit seiner rockigen Interpretation des Klassikers „Summer of ‘69“ konnte er die Jury überzeugen und zieht nun in den Recall ein. Weniger Chancen hatte da Isabel Appel (20). Mit Hilfe ihres IPods zeigte sie einen peinlichen Auftritt mit noch peinlicheren langen Pausen zwischen den Strophen. Das hätte sie wohl besser gelassen.

Auch für Katarina Ben Hamonda Bejaoui (22) sollte der Auftritt kein gutes Ende nehmen. Dabei hatte sich die temperamentvolle Berlinerin doch extra für diesen Auftritt hochhackige Schuhe im Wert von 280 Euro gekauft. Leider konnte sie in diesen Schuhen nicht einmal laufen. Das Urteil der Jury war dann auch sehr eindeutig: Sie hat sich zwar nicht blamiert, aber gut war der Auftritt auch nicht. Dann passierte das, womit ich schon lange gerechnet hatte: Im Song Quiz zeigte direkt die erste Kandidatin einen Song von Lady Gaga. Selbst mit der größten Fantasie hätte ich den Hit „Just Dance“ wohl niemals erkannt. Lustig war auch ein Asiate mit dem Song „I turn to you“ von Christina Aguilera. Richtig schön schief gesungen natürlich.

Apropos Asiate: Eine besonders ausgefallene Idee hatte ein anderer Kandidat. Dieser sang das bekannte Kinderlied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Und das noch nicht einmal schlecht. Lediglich den (doch eigentlich wirklich nicht allzu schweren) Text konnte er sich wohl nicht merken und sang teilweise einfach etwas anderes. Tja, so kommt man bei DSDS aber nicht weiter.

DSDS 2010: Marcel Finette (19) aus Bonn.

Der nächste Kandidat war Marcel Finette (18) aus Bonn. Sonst habe ich mit den Kandidaten, die sich blamieren, ja eigentlich eher weniger Mitleid, bei Marcel lag die Sache aber etwas anders. Man merkte direkt, dass der Junge total nervös war. Und zu allem Unglück war mitten in seinem Schritt ein kaum zu übersehender Fleck. Dieter Bohlen stellte natürlich direkt Vermutungen darüber an, dass sich Marcel in die Hose gemacht habe. Der arme Junge wurde immer nervöser. Und anstatt, dass Dieter Bohlen es dabei bewenden ließ, hackte er noch mehrere Male auf diesem Fleck rum und machte sich über Marcel lustig. Ein Kommentar zu diesem peinlichen Missgeschick hätte doch wahrlich genügt, oder? Auch seinen Spruch „Lieber Cholera auf dem Pillemann als dein Gesang“ hätte er sich besser für einen anderen Kandidaten aufgehoben.

Ein wirkliches Talent, an dem auch Dieter Bohlen nichts Negatives auszusetzen hatte, ist hingegen Maximilian Salzinger (17) aus Landshut. Der sympathische Schüler sang einen Titel von Justin Timberlake und zog damit in den Recall ein. Auch in den Recall kam der Iraner Mehrzad (28). Er sang den Song „Und wenn ein Lied…“ von Xavier Naidoo. Mit viel Gefühl in der Stimme bekam er dann auch dreimal ein „Ja“ von der Jury.

Den bizarrsten Auftritt in der ersten Castingshow hatte mit Abstand die abgedrehte Nilay Uzundere. Ihr Ziel war es, mit Dieter Bohlen spirituelle und kosmische Energie zu teilen. Was immer sie damit auch meinte. Doch das eigentlich Schlimme begann erst mit ihrem Gesang. In sieben Staffeln DSDS habe ich ja schon wirklich viele schlechte Sänger und Sängerinnen gehört, doch bei noch keiner Sängerin taten mir danach die Ohren weh. Das war schon nicht mehr lustig, das war bereits Körperverletzung. Lustig wurde es dann aber, nachdem die Jury ihr das Offensichtliche mitgeteilt hatte: Mädchen, du kannst nicht singen!!! Nach dieser wohl nur für Nilay überraschenden Erkenntnis, rastete sie völlig aus und fing an, wütend herumzuschimpfen. Laut Nilays „Prophezeiung“ wird Köln nämlich jetzt von Erdbeben und der Pest heimgesucht. Naja, schlimmer als ihr Gesang wird es wohl kaum werden können. ;-)

Bilder in diesem Artikel: (c) RTL / Stefan Gregorowius