Teenager ausser Kontrolle: Neue Staffel ab Mittwoch beim RTL

Bei „Teenager außer Kontrolle“ scheint alles so zu sein wie immer. Superzicke Janine (14), Messerstecher Patrick (16), „Gangster“ Nathanael (16), Außenseiterin Jana (13), Dauerkiffer Robin (16) und Straßenkind Kira (16) terrorisieren zuhause ihre Eltern, nehmen Drogen und begehen Straftaten. Das erfolgreiche Sendungs- und Therapiekonzept stand lange in der Kritik, führt die Jugendlichen aber wieder in den Westen der USA. Für die sechs schwer erziehbaren Jugendlichen aus Deutschland soll dies die letzte Chance auf ein Leben mit Zukunft sein. In neuen Folgen der Dokumentation „Teenager außer Kontrolle – Letzter Ausweg Wilder Westen“, bei RTL ab Mittwoch, 17. Februar, 20.15 Uhr, stellen sich die Jugendlichen dieser Herausforderung.

Teenager ausser Kontrolle: Neue Staffel ab Mittwoch beim RTL - TV News

Die Therapie unter der Leitung von Cheftherapeutin Annegret Noble soll aus den Jugendlichen wieder verantwortungsbewusste Menschen machen. Zusammen mit ihrem Team will Annegret Noble die Jugendlichen in der Wildnis wieder auf den richtigen Weg bringen und zurück in ein geregeltes Leben führen.

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Die Reise führt durch die beeindruckende Landschaft der US-Bundesstaaten Arizona, Utah und Colorado nach South Dakota. Annegret Noble: „Der Schwerpunkt unseres Programms ist die ‚Erlebnistherapie’. Das bedeutet, dass man am besten lernt und sich ändern kann, wenn man etwas erlebt und nicht nur drüber redet.“ Bei der Arbeit mit Wölfen, Kletterübungen, einer Raftingtour in den Rocky Mountains oder der Arbeit mit Pferden auf einer Mustang-Ranch haben die Jugendlichen zum ersten Mal seit langer Zeit Erfolgserlebnisse. Und in so genannten ‚gestalttherapeutischen Übungen’ lernen sie Gefühle, die sie seit Jahren mit sich herumtragen, auszudrücken und sie zu bewältigen. Doch auf dem Weg warten auf die Jugendlichen auch Rückschläge. Nur wer bereit ist, sich auf die Therapie einzulassen und an sich selbst zu arbeiten, hat die Chance auf dauerhaften Erfolg.

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Neu in dieser Staffel ist: Nicht nur die Jugendlichen, auch ihre Eltern unterziehen sich einer Therapie in den USA. Getrennt von ihren Kindern, arbeiten sie in der Wüste von South Dakota mit eigenen Therapeuten. Denn für den Erfolg der Therapie ist es wichtig, dass auch das Umfeld der Teenager sich ändert. Wie werden Jugendliche und Eltern reagieren, wenn sie nach Wochen der Trennung schließlich wieder aufeinander treffen?

Im Interview erklärt die Cheftherapeutin die wesentlichen Aspekte des Therapieprogramms:

Annegret, in der neuen Staffel ‚Teenager außer Kontrolle – Letzter Ausweg Wilder Westen‘ steht zum zweiten Mal ein Programm der Therapieeinrichtung ‚Monarch Center‘ aus Colorado im Mittelpunkt. Was sind die wesentlichen Aspekte des Programms und was die Unterschiede zur vorherigen Staffel?

Annegret Noble: Auch dieses Jahr steht die Natur wieder im Mittelpunkt. Die Jugendlichen wandern durch das ‚Monument Valley’ in Utah und die Rocky Mountains in Colorado. In der Auseinandersetzung mit der Natur erkennen die Jugendlichen, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist und entscheiden sich dann oft, ihr Verhalten zu ändern. Außerdem ist die Familientherapie dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt. Dieses Jahr haben auch die Eltern ihr eigenes Programm: Sie leben eine zeitlang ebenfalls in Zelten und müssen sich den entsprechenden Herausforderungen stellen. Sie haben damit die Gelegenheit, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihren eigenen Problemen zu beschäftigen, bevor sie auf ihre Kinder treffen und zusammen eine Familientherapie machen.

Bei dem Programm steht die ‚Erlebnistherapie’ im Mittelpunkt, worum geht es dabei?

Annegret Noble: Als Menschen lernen wir in der Regel am besten, wenn wir etwas nicht nur theoretisch erklärt bekommen und es intellektuell verstehen, sondern wenn wir es erleben und selbst ausprobieren. In der Erlebnistherapie redet man also nicht darüber, wie man Konflikte ohne Fäuste löst, wie man Durchhaltevermögen entwickelt, damit man einen Schulabschluss bekommt oder wie man ohne Drogen mit unangenehmen Gefühlen umgeht, sondern man tut es einfach. Die Jugendlichen haben Konflikte untereinander und mit den Betreuern, die sie hier und jetzt lösen müssen. Wenn man essen will, muss man kochen. Wenn man warm schlafen möchte, muss man sein Zelt aufbauen. Die Jugendlichen lernen an diesen Beispielen, warum es sich lohnt, durchzuhalten, zu planen und über die Konsequenzen des eigenen Verhaltens nachzudenken. Es gibt keine Drogen, damit sind die Jugendlichen gezwungen, neue Wege zu finden, mit unangenehmen Situationen umzugehen. Und wenn die Jugendlichen gute Entscheidungen treffen, dann erleben sie den Erfolg sofort. Im Grunde ist ein Erlebnistherapieprogramm ein großes Labor, in dem die Jugendlichen alte und neue Verhaltensmuster ausprobieren können und sofort die Konsequenzen ihres Verhaltens erleben. Dann müssen sie entsprechend entscheiden, ob sie diese Konsequenzen mögen und ob sie deshalb die Verhaltensmuster beibehalten oder ändern.

Erstmals absolvieren auch die Eltern der Teenager ein Therapieprogramm in den USA. Getrennt von ihren Kindern werden sie hier von Therapeuten betreut, bevor sie die Kinder schließlich wiedertreffen. Aus den letzten Staffeln kannte man lediglich kürzere Elternbesuche. Was ist der Sinn der Methode in dieser Staffel?

Annegret Noble: Therapie für Kinder und Jugendliche kann nur langfristig funktionieren, wenn sich das Umfeld ändert. Die Eltern sind oft diejenigen, die dieses Umfeld in großem Maße mitbestimmen. Wir haben immer wieder erlebt, dass Jugendliche während der Therapie große Fortschritte machten und fest entschlossen waren, zu Hause ein anderes Leben zu führen. Leider haben sie diese Vorsätze und Veränderungen teilweise nicht durchhalten können und fielen im alten Umfeld in alte Verhaltensmuster zurück. Wenn man in einem Uhrrad ein kleines Gewinde verändert, bleibt die Uhr stehen. Entweder muss man dann die anderen Rädchen ebenfalls verändern oder das veränderte Gewinde wieder in den Ursprungszustand bringen, damit die Uhr wieder funktioniert. In einer Familie ist das ähnlich. Wenn sich nur ein Familienmitglied verändert, ist es oft schwer, diese Veränderungen durchzuhalten. Je mehr die Eltern lernen und bereit sind, an sich selbst zu arbeiten, desto wahrscheinlicher wird der Jugendliche die Therapiefortschritte durchhalten. Das Fundament von Erziehung sind die Eltern selbst. Wenn sie mit sich, ihrem Leben und den anderen Erwachsenen in ihrem Leben im Reinen sind, dann fällt es ihnen leichter, die Launenhaftigkeit und die Kratzbürstigkeit ihrer Teenager nicht persönlich zu nehmen, ihren Kindern klare Grenzen zu setzen und ihnen trotz allem immer wieder Liebe zu zeigen. Wir wollten den Eltern die Gelegenheit geben, sich ihr eigenes Leben, ihre Gefühle und ihre alten Verletzungen etwas genauer anzuschauen und mit ihren eigenen Fehlern Frieden zu schließen. Wenn Eltern ihre Schuldgefühle aufgeben und innere Ruhe finden, macht sie das fast automatisch zu ‚besseren Eltern‘.

Bilder: (c) RTL

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