Hannelore Elsner: „Ich war ein junges, dummes Mädchen“

München (ots) – Böse Nacht Geschichten auf Tele 5: Sonntagnacht, 18. April, 03.10 Uhr mit Hannelore Elsner / Die Ikone des deutschen Films im Tele 5-Interview über… / …Romy Schneider: „Natürlich hätten als ich jung war, solche wunderbaren Rollen auf mich zukommen können, wie sie die französischen Schauspielerinnen gespielt haben oder wie Romy Schneider sie gespielt hat. Wunderbar! Mit Romy Schneider fühle ich mich wirklich seelenverwandt.“

Böse Nacht Geschichten mit Hannelore Elsner Foto: obs / Tele 5

…ihre lesbische Rolle in ‚Vivere‘ (2007): „Zu etwas Besonderem wurde es erst gemacht, als ich mit dem Film in Amerika war. Die haben mich total bewundert für meinen Mut, eine lesbische Frau zu spielen. Und haben dann auch Deutschland bewundert, als ich gesagt habe, das sei hier völlig egal. Ich dachte eigentlich, Amerika wäre freier.“

…peinliche Erinnerungen: „Ein Film mit Georg Thomalla und noch drei so alten Männern, und wir als junge Frauen waren tatsächlich mit diesen Männern verheiratet. Der ganze Film war so was Frauenfeindliches, Scheußliches, Blödes – den habe ich zufällig nachts gesehen und mich total geschämt: Dass ich aus Verzweiflung in so was mitgespielt habe!“

…ihre Pläne, Regie zu führen: „Da muss ich noch 20 oder 30 Jahre älter werden. Ich muss meinen Blickwinkel ändern. Ich sehe mich ja selbst überhaupt nicht. Bei mir geschieht alles innen. Ich mache mir auch nie Gedanken, wie ich aussehe in Filmen. Als Regisseurin muss man das doch von außen sehen können.“

…ihre zweite Karriere in den 90ern: „Es ist ja ganz schön, wenn die Bewahrer der Kinogeschichte mich als ernstzunehmende Schauspielerin entdecken. Dann heißt es ‚Früher hat sie nur junge, dumme Mädchen gespielt.‘ Ja was denn sonst? Ich war ja ein junges, dummes Mädchen.“

…Jungmädchenträume: „Ich hab‘ mich danach gesehnt, bei Truffaut zu spielen oder Anna Karina in Godards Filmen zu sein und verdammt noch mal so ein gestreiftes T-Shirt zu haben, wie die das hatte. Gab’s ja nicht bei uns. Da hat es mich hingezogen.“

…Filmexperten: „Wenn ich manchmal Menschen über mich reden höre, dann sitze ich da und denke: ‚Wow, das ist ja interessant!‘ Bis ich dann entdecke, dass das mein Leben ist. Es ist merkwürdig, wenn man allmählich zur Geschichte gemacht wird. Aber ich möchte nicht ins Museum gestellt werden.“

Quelle: Tele 5 / presseportal.de