Hitzefrei erfreut Schüler – TV Programm bietet keine Alternative

Das deutsche Fernsehprogramm im Sommer lässt traditionell zu wünschen übrig. Viele Schüler in Deutschland erfreuen sich an „Hitzefrei“ zumindest bis sie merken was das tatsächlich bedeutet. Schwimmbäder, Kinos und diverse Internetportale erleben wahnsinnige Besucherzahlen, doch wenn der Schüler die hitzefreie Zeit nutzen will um Abends länger wach zu bleiben um noch fernzusehen, dann erlebt man sein blaues Wunder. Hunderte von Wiederholungen reihen sich aneinander weil die großen Moderatoren ihren Sommerurlaub brauchen. In anderen Ländern sieht das anders aus. Ab dem 5 Juli kann man z.B. im britischen Fernsehen die dortige Version des Topmodels verfolgen.

Aber ab wann gibt es eigentlich Hitzefrei?

In Hessen hat die Landesregierung folgende Regelung erlassen: „Nach dem Hitzefrei-Erlass müssen morgens um 11.00 Uhr schon 25 Grad in einem Klassenraum erreicht sein, damit Schüler der Unter- und Mittelstufe nach der 5. Stunde gehen dürfen. Zudem können Schulleiter den Unterricht auch nach draußen verlegen oder auf Hausaufgaben verzichten.“

In Schleswig Holstein gilt: „Bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen im Sommer entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter im Rahmen der Fürsorgepflicht ob und in welchem Umfang Unterricht erteilt werden kann.“ Da wird man bei strengen Rektoren wenig Glück haben.

In Rheinland-Pfalz gilt: „Die Schulleiterinnen und Schulleiter entscheiden im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit für die Durchführung der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule (§21 Schulgesetz) in eigener Zuständigkeit, ob die klimatische Situation in der Schule, in einzelnen Klassen- und Fachräumen die Erteilung von Unterricht gestattet.“

Auch in Nordrhein Westfalen können die Schulleiter selber entscheiden wie lange die drückende Hitze zumutbar ist. Folgende Faustformel beherzigen allerdings fast alle Schulleiter: Für „Hitzefrei“ muss dieses mindestens 27 Grad anzeigen. Und das tut es dieser Tage jetzt oft genug.

Was das TV-Programm angeht kann man nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Deutschland langsam lernen, dass auch im Hochsommer ein unterhaltungsbedarf besteht auch wenn es sicherlich im Freibad oder in der Eisdiele schöner ist als vor der Glotze.