Filmkritik: „Shelter“ mit Jonathan Rhys Meyers und Julianne Moore

Die skeptische und bodenständige Psychaterin Cara (Julianne Moore) gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der forensischen Psychatrie. Sie wird von ihrem Vater, der ebenfalls ein Experte für Multible Persönlichkeitsstörung ist, um Hilfe gebeten. So lernt sie Adam (Jonathan Rhys Meyers) kennen. Der junge Mann scheint mehrer Persönlichkeiten in sich zu vereinen und fasziniert die Psychaterin von Anfang an sehr. Schnell stellt sich heraus, das hinter Adams vermeindlicher Störung viel mehr steckt. Alle seine in ihm existierenden Charaktere scheinen wirklich einmal gelebt zu haben und sind auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Cara macht sich auf die Suche in Adams Vergangenheit und findet doch immer nur neue Persönlichkeiten, aber nie Adam….

Ihre Ratio wird immer mehr auf die Probe gestellt und droht zu zerbrechen. Als merkwürdige und tragische Todesfälle in ihrem Freundes-und Familienkreis zunehmen, wird die Frau sich der entsetzlichen Gefahr für ihre kleine Tochter und sich selbst bewusst. Die letzte Spur führt zu einem abgelegenen Bergdorf in den Rocky Mountains, wo ein uralter Kult Rettung verspricht…..

Szene aus Shelter mit Jonathan Rhys Meyers Foto: (c) Senator Film

Es ist noch nicht so lange her, da versammelte sich meine WG jede Woche um den Fernseher. Mit Cola und Chips bewaffnet sahen wir uns alle die „Tudors“ an. Wir waren begeistert von dem Heinrich VIII, den wir da sahen, wie er sich zwischen den Laken wälzte und England regierte. Nach der 2. Folge nannten wir ihn alle liebevoll den „Pimperkönig“.

Nun bekam ich diese DVD in die Finger und war skeptisch. Jonathan Rhys Meyers als multibel gestört? Hmm, na dann! Aber ich wurde angenehm überrascht. Der Mann kann mehr, als nur verdammt gut auszusehen und Frauen flachzulegen! Seine Darstellung des Adam überzeugt in jeder Minute und die verschiedenen Persönlichkeiten werden mit sparsam eingesetzter Mimik wunderbar rübergebracht. Man bekommt ein leicht beklemmendes Gefühl, wenn man diesem Mann so zusieht. Hut ab, Mister Meyers!

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Julianne Moore ist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen und ich freute mich schon, sie mal wieder in einem Film zu sehen. Wer sie einmal als tablettensüchtige Pornodarstellerin Amber Waves in „Boogie Nights“ oder in Filmen wie „The Big Lebowski“ und „Hannibal“ gesehen hat, weis was ich meine. Die Rolle der Psychaterin Cara ist ihr wie auf den Leib geschrieben. Sie stellt die ganze Zerissenheit dieser Frau da, die so gerne glauben möchte und es doch nicht kann, da alles nur auf den einen Punkt zusteuert, an dem sie ihren Glauben verlieren und alles anders sein wird.

Auch die vielen „Nebendarsteller“ sind in diesem Film erwähnenswert! Joyce Huring als echt gruselige, blinde Hexe „Granny“, KatiAna Davis als ihr „Auge“ und noch so viele mehr machen diesen Film sehenswert. Wer also noch kein weihnachtsgeschenk hat oder einen guten Film für dröge Feiertage sucht: kaufen, leihen, aber auf jeden Fall ansehen!!!

Fohes Fest!