Filmkritik: „Buffalo Soldiers“ nicht unbedingt ein Geheimtip!

Weihnachten 1983 in New York. Ein Mann geht in ein Postamt, um eine Briefmarke zu kaufen. Der Postangestellte zieht eine Pistole und erschießt den Mann. Völlig regungslos lässt er sich verhaften und schweigt sich über seine Motive aus. Die Durchsuchung seiner Wohnung bringt den Kopf einer wertvollen Marmorstatue zutage, die seid dem 2.Weltkrieg als verschollen gilt. Sie ist Teil eines verschwunden geglaubten Kunstwerks, das bis zum alliierten Bombardement eine Brücke in Florenz zierte.

Rückblende: Italien 1944. Der Krieg hat auch die Toskana nicht verschont. Die Wehrmacht hat ihre letzte Verteidigungslinie errichtet, um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Die 92. Infanterie-Division der US-Armee versucht, die Stellungen der deutschen Verteidiger am Serchio-Fluss zu durchbrechen. Mit dabei sind die vier afroamerikanischen GIs Hector (Laz Alonso), Stamps (Derek Luke), Bishop (Michael Ealy) und Sam (Omar Benson Miller). Sie werden von ihrer Einheit abgeschnitten. Auf ihrem Weg zu ihren eigenen Linien retten sie einen italienischen Jungen und bringen ihn in ein abgelegenes Dorf. Dort erfahren die farbigen Soldaten etwas völlig neues: Respekt, Dankbarkeit und Gleichberechtigung. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern bereiten sie sich auf den Angriff der Deutschen vor.

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Lees Film basiert auf dem Bestseller „Das Wunder von St. Anna“ von James McBride und erzählt in beeindruckenden Bildern die abenteuerliche Geschichte von vier schwarzen US-Soldaten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Ein Großteil der Aufnahmen und der beeindruckenden Kampfszenen des Kriegsfilms wurde an Originalschauplätzen gedreht. Darunter auch das Massaker im Dorf Sant´Anna di Stazzema, wo mehrere hundert italienische Zivilisten durch Einheiten der Waffen-SS brutal ermordet wurden. Die Täter dieses Kriegsverbrechens wurden 2005 nach italienischem Recht verurteilt, leben aber bis zum heutigen Tag ungestraft in Deutschland. Als Buffalo Soldiers (dt. Büffelsoldaten) bezeichneten die Indianer der Großen Ebenen die Soldaten , die die Unionsarmee im Bürgerkrieg aufstellte. Die häufig gelockte Haarpracht der schwarzen Soldaten erinnerte die Indianer an die Rückenmähne eines Büffels.

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Diese Inhaltsangabe ist viel zu kurz, um die ganze verschachtelte Story zu beschreiben. Doch das will ich auch gar nicht. Viel mehr soll der Zuschauer sich diesen Film ansehen und ihn genießen. Das hab ich nämlich auch getan. Spike Lee weiß einfach, wie man eine Geschichte erzählt. In den USA war der Film kein Kassenschlager und die Kritiken waren eher durchwachsen. Gut, die Figuren sind alle leicht überzeichnet uns stereotyp. Aber trotzdem sind da wundervolle Schauspieler, wie zum Beispiel John Turturro als leicht abgewrackter Detektive, Derek Luke als schwarzer „Forrest Gump“ Stamps. Ihnen zuzuschauen macht unheimlich viel spaß.

Spike Lee hat sich wie in fast allen seinen Filmen auch hier wieder viel mehr den Nebensträngen und den einzelnen, teilweise sehr „strangen“ Nebendarstellern gewidmet. Wie der Kurzauftritt Alexandra Maria Laras, die mit rauchiger Stimme via Lautsprecher die US-Boys zum Desertieren aufruft. Finden bestimmt viele Zuschauer mal wieder nicht nett gegenüber den Deutschen und auch völlig realitätsfern. Stimmt aber nicht. Solche Art der „psychologischen Kriegsführung“ gab es wirklich. Da sind so viele kleine Details, dass ich den Film zwei Mal gesehen habe.

Das einzige, was ich wirklich sehr bemängeln muss, ist die Darstellung des Massakers von Stankt Anna. Ich will hier auch nicht näher auf diese sehr harten und teilweise auch sehr auf Schock aufgebauten Szenen eingehen. Aber seid gewarnt. Aber alles in allem ein sehr guter und unterhaltsamer Film mit etwas Tiefgang und einem kleinen Crashkurs in der Geschichte der schwarzen Soldaten in den USA zur Zeit des Weltkriegs. Unbedingt anschauen und ins Regal stellen!

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