Die Alm 2011: Angeblich unmoralische Verträge sorgen für Aufsehen

Bei Sendeformaten wie der Alm und dem Dschungelcamp geht es ja vielfach darum, dass die mehr oder minder bekannten Prominenten vor laufender Kamera in peinliche oder anderweitig unangenehme Situationen gebracht werden. Das mag gefallen oder nicht, aber ohne solche Situationen und die Lust vieler an der Schadenfreude wären solche Formate mit Sicherheit nicht sonderlich erfolgreich. Um sich rechtlich abzusichern, wird Entsprechendes natürlich vertraglich festgehalten, in diesem Fall also, dass die Prominenten in unangenehmen Situationen gefilmt werden dürfen. Die Online-Ausgabe der „Bild“ brachte heute dazu folgende Schlagzeile: „Auf der Alm, da gibt’s Verträge – und die sind wirklich a Sünd“. Aber was bitte soll schlimm daran sein? Da muss ich mich doch wirklich fragen, was sich der zuständige Redakteur dabei gedacht hat. Schließlich dürfte jedem der C-Prominenten, die an dieser Sendung teilnehmen, klar sein, dass er sich zumindest teilweise dabei zum Affen machen wird und dass dies vertraglich festgehalten wird, ist doch auch relativ normal.

Im vorwurfsvoll und anklagend klingenden Tonfall geht es im Artikel aber damit weiter, dass die Prominenten, die aus diesem Grund vorzeitig aussteigen wollen, ihr Honorar auch nur anteilig erhalten. Was bitte soll daran verwerflich oder auch nur erwähnenswert sein? Jeder normale Arbeitnehmer, der seinen Job nicht bis zum Ende macht, erhält schließlich auch nicht seinen vollen Lohn. Verwerflich wäre es da eher, wenn sie da voll bezahlt werden würden. Der Gipfel ist damit erreicht, dass der Anwalt und Vertragsrecht-Experte Marcel Nüchel damit zitiert wird, dass der Vertrag bedenklich sei, „weil wesentliche Bestimmungen gravierende Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Mitwirkenden darstellen.“ Würde es sich dabei um einen „normalen“ Arbeitsvertrag handeln, könnte ich Bedenken solcherart ja durchaus nachvollziehen. Hierbei handelt es sich aber um einen Vertrag, der für einen Zeitraum von ca. zwei Wochen gilt. Außerdem sollte jedem Prominenten bewusst sein, worauf er sich bei „Die Alm“ einlässt. Und die, die sich dessen vielleicht nicht bewusst waren, werden durch den Vertrag ja eindeutig darauf hingewiesen. Außerdem zwingt niemand C-Promis wie Gina-Lisa Lohfink oder Carsten Spengemann dazu, sich für ein solches Format herzugeben. Warum also das Aufsehen um die angeblich unmoralischen Verträge?

Moderation: Janine Kunze und Daniel Aminati