Fernsehfilm: „Geliebtes Kind“ – Wie perfekt muss man als Tochter sein?

Kinder erleben solche Dinge leider viel zu oft. Sie entwickeln sich zu den besseren Versionen der eigenen Eltern. Zumindest scheint dies das Bestreben vieler Eltern zu sein. Ganz gleich ob ein Hobby zu einer Lebensaufgabe mutiert oder die Krankheit die nicht lebensbedrohlich ist einfach nur aus falschem Stolz ausgemerzt werden muss. In letzterem Fall kann man den „Ehrgeiz“ der Eltern allerdings verstehen, denn hier spielen auch versteckte Schuldgefühle eine starke Rolle. Um diese Konflikte geht es in dem Fernsehfilm den die ARD heute um 20.15 Uhr zeigt.

Susanne (Anica Dobra) hat alles getan, um ihrer hübschen Tochter Liz (Mathilde Bundschuh) späteres Leid zu ersparen. Oder hat Susanne den Spitzfuß ihrer Tochter als Schönheitsfehler empfunden, als Makel, der entfernt werden muss? Jedenfalls war die Kindheit von Liz geprägt von zahlreiche Operationen, die wenig Erfolg brachten. Durch ihren Umzug ins Internat hat Liz sich vor Jahren befreit von der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter.

Viele Jahre hat die 16-jährige Liz nun schon im Internat verbracht. Dass sie humpelt, spielt weder eine Rolle in ihrer Freundschaft zu Marie (Olga von Luckwald), noch in der Beziehung zu Robert (Tom Gramenz), ihrer ersten großen Liebe. Als sie sich aber eines Tages von Robert verleugnet fühlt, verlässt sie Hals über Kopf das Internat und zieht zurück zu ihrer Mutter.

Susanne lebt seit einiger Zeit mit ihrem jüngeren Lebensgefährten Andi (Simon Böer) zusammen und hofft nun, nach der plötzlichen Rückkehr von Liz, auf einen Neuanfang mit ihrer Tochter. Sie hat sich als Verwalterin jenes Hochhausviertels einen Namen gemacht, in dem die beiden früher gelebt haben. Aus dem Schatten dieser scheinbar makellosen und erfolgreichen Mutter herauszutreten, sich von ihr zu emanzipieren, ist kein leichter Prozess. Alte Konflikte zwischen ihnen kommen hoch, gleichzeitig steigt auch die Spannung zwischen Liz‘ Mutter und ihrem Lebensgefährten. Als Liz erfährt, dass Susanne hinter ihrem Rücken und gegen ihren Willen eine neuerliche Operation ihres Fußes plant, spitzt sich die Auseinandersetzung zu.

Wird Susanne akzeptieren können, dass sie Liz nicht nach eigenen Vorstellungen formen kann und die Tochter ihren eigenen Weg gehen muss?

Fernsehfilm: "Geliebtes Kind" - Wie perfekt muss man als Tochter sein? - TV News Foto: (c) WDR / Tom Trambow

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