Lauren von „Chvrches“ und der Sexismus

Chvrches - 100318 big Am 25. Mai erscheint das neue Album „Love Is Dead“ von „Chvrches“. Frontfrau Lauren Myberry hat sich schon lange vor der Mee-Too-Debatte öffentlich zu Sexismus geäußert. Erst jetzt ist das Thema durch den Skandal um Harvey Weinstein auf er ganzen Welt zum Thema geworden.

Im Interview mit „musikexpress.de“ sagte die Sängerin dazu: „Es ist sehr ermutigend, dass die Konversation jetzt im Mainstream stattfindet. Als ich mich vor fünf Jahren äußerte, wurde das als sehr kontrovers und riskant angesehen. Es ist frustrierend, dass man damals kaum motiviert wurde, sich zu äußern und immer das Gefühl bekam, man könne nicht darüber sprechen, weil es der eigenen Karriere oder Popularität schaden würde. So vieles was wir machen, basiert darauf ehrlich zu sein: Es wäre unauthentisch gewesen, die Klappe zu halten, nur aus Sorge, die Leute würden einen weniger mögen. Jetzt höre ich oft ‚oh, du warst darüber die ganze Zeit im Bilde?‘. Vor fünf Jahren sagten die Leute aber: ‚Warum willst du über diese Sachen reden?’“

Außerdem verriet die 30-Jährige , was ihrer Meinung nach jetzt passieren muss. Sie sagte: „Die Menschen nehmen die Konversation endlich mal ernst, denke ich. Man kann Leute nur zu Veränderung zwingen, indem man ihnen Dinge wegnimmt, die ihnen wichtig sind. Solange es okay war, diese Äußerungen zu ignorieren, hat niemand zugehört. Jetzt kann man in der Entertainment-Industrie aber seinen Job und seinen Ruf verlieren und vor Gericht landen. Das wird wahrscheinlich den Wandel vorantreiben. Dieses Spiel kann nicht mehr gespielt werden. Die Welt hat sich verändert. Wir können uns aber nach Harvey Weinstein nicht zurücklehnen. Da draußen sind noch Bill Cosby, Mel Gibson, Roman Polanski und Woody Allen. Wir können nicht sagen, die sind ok, nur weil sie gerade in diesem Moment nichts getan haben.“

Foto: (c) Danny Clinch / Universal Music