Ian Anderson von „Jethro Tull“: Exzessiver Lebensstil im Rock’n Roll

Ian Anderson steht zusammen mit „Jethro Tull“ seit mehr als einem halben Jahrhundert auf der Bühne.

Im Interview in der „Westfälischen Rundschau“ verriet der 70-Jährige, was er mit 70 besser kann, als mit 25: „Es ist wichtig, daran zu glauben, dass du deinen besten Song noch nicht geschrieben hast. Natürlich ist das in der Realität nicht immer der Fall. Beethoven hat seine beste Sinfonie zwar sehr spät in seinem Leben geschrieben, aber zu dem Zeitpunkt war er erst 54 Jahre alt. John Lee Hooker mit 83 noch einen Grammy bekommen. Aber das sind Ausnahmen. Der exzessive Lebensstil in der Welt des Rock’n’Roll und des Jazz fordert seinen Tribut. Der arme Pavarotti zum Beispiel hat sich zu Tode gefressen. Zuletzt konnte er gar nicht mehr singen. Solchen körperlichen Verfall mit ansehen zu müssen, ist sehr traurig. Für mich ist jeder neue, gesunde Tag wie ein Geschenk!“

Außerdem verriet er, wieso er auch heute noch so fit ist. Er sagte: „Also, ich hatte schon immer ein ziemlich geordnetes Leben, weil ich durch und durch Profi bin. Wenn ich nicht auf Tour bin, gehe ich um 19 Uhr schlafen und stehe am nächsten Morgen um sechs auf. Das Leben ist leichter, wenn man pünktlich ist und sich an Regeln hält. Wir haben noch nie ein Flugzeug oder einen Zug verpasst.“