Till Lindemann über „F&M“: „Wir haben bewusst versucht, uns abzugrenzen“

Till Lindemann 30362767-1 bigAm Freitag (22.11.) erscheint das zweite Soloalbum von „Rammstein“-Sänger Till Lindemann. Es heißt „F&M“ und ist zusammen mit dem schwedischen Metal-Musiker Peter Tägtgren entstanden. Im Gegensatz zum Vorgänger-Album „Skills In Pills“ hat „F&M“ komplett deutsche Texte. Wieso, das hat der Musiker im Interview mit „Tagesspiegel“ erklärt. Er sagte: „Bei unserem ersten Album wollten wir auf jeden Fall vermeiden, dass man Lindemann von Tag eins an mit ‚Rammstein‘ in einen Topf wirft. Wir haben also bewusst versucht, uns abzugrenzen. Musikalisch unterscheiden sich ‚Rammstein‘ und Lindemann natürlich, aber es gibt durchaus Parallelen, die wir durch die deutsche Sprache nicht noch mehr unterstreichen wollten.“

Über die Entstehung des Albums erzählte der 56-Jährige noch: „Bei diesem Album war die Ausgangssituation eine ganz andere: Wir schrieben Songs für ein Theaterstück am Hamburger Thalia Theater – eine sehr moderne Fassung von „Hänsel und Gretel“. Das war eine Auftragsarbeit, natürlich mit deutschen Texten. Am Ende hatten wir fünf fertige Stücke – und witterten plötzlich Blut. Wir schrieben einen Song nach dem anderen, wir waren plötzlich wie entfesselt. Weil wir deutsch angefangen hatten, machten wir deutsch weiter. Aber ob das beim nächsten Album wieder so sein wird, steht in den Sternen.“

Außerdem verriet der Musiker noch, was ihm das englische Texten gebracht hat: „Englisch öffnete mir die Tür für andere Pointen, andere Refrains, andere Metaphern. Es war, als hätte ich ein vollkommen neues, mir fremdes Gebäude betreten – oder eher einen Süßigkeitenladen, in dem ich mich frei bedienen konnte. Wenn man 25 Jahre lang auf Deutsch textet, kommt man irgendwann inhaltlich an Grenzen. Man hat das Gefühl, alles schon gesagt zu haben. Englisch zu schreiben war ein Neustart, der meine Lust an Sprache wieder entfacht hat.“

Foto: (c) Universal Music / Felix Broede