Nathan Gray über seine Depressionen und Ängste

Nathan Gray 30367317-1 bigIn wenigen Tagen kommt Nathan Gray nach Deutschland. Der Frontmann der Band „Boysetsfire“ präsentiert dann sein Solo-Programm, sein Songwriting ist beeinflusst von der dunklen Zeit in seinem Leben.

Darüber sprach er im Interview mit Fotograf und Gastautor für „morecore.de“ Sebastian Tönißen. Er sagte: „Bis 2015 habe ich eine Phase tiefer Depression durchlebt und einen mentalen und körperlichen Zusammenbruch erlitten. Hierbei war ich oft aggressiv, voller Zorn und verbittert. Ich habe erheblich an Gewicht zugelegt, einen langen Bart getragen und schwarze Augenringe gehabt. Die Ursache für den Zusammenbruch geht zurück bis zu meiner Kindheit und hat mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld zu tun. Lange Zeit habe ich dies verdrängt und bin sogar an einem Punkt gewesen, an dem ich geleugnet habe, dass mir dies passiert ist. Als ich 2015 den Song ‚Echoes‘ für das Album ‘Feral Hymns‘ geschrieben habe, ist plötzlich alles aus mir herausgebrochen. Seitdem befinde ich mich im aktiven Verarbeitungsprozess, habe mehr und mehr Songs geschrieben, mache wieder regelmäßig Sport und schlafe wieder. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass Depression und Angst vermutlich immer ein Teil von mir sein werden. ‚Feral Hymns‘ ist ein wirklich dunkles Album. Dort bleibt es auch! Es war ein cooles Album, aber jetzt ist es an der Zeit, ‚Goodbye‘ zu sagen. Ich weiß, dass ich weiterhin scheitern und auch tief fallen werde, vermutlich den Rest meines Lebens. Es geht aber mehr um den Moment, in dem du fällst und dir selbst wieder auf die Beine hilfst.“ Die Botschaft seines Albums heißt demnach laut Gray: “You are not alone [, also du bist nicht allein]!”

Für Nathan Gray ist sein Solo-Projekt übrigens der richtige Weg, seine sehr depressiven und emotionalen Situationen zu verarbeiten.

Foto: (c) Promo / Uncle M

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