Die besten Rock-Autobiografien: Teil 1 (Einzelpersonen)

Ozzy Osbourne - Pride of Britain Awards 2015 Die Wohnung ist geputzt, „Netflix“ schon durch und der Tag zieht sich immer noch wie Kaugummi? Was hilft noch gegen Langeweile in Corona-Zeiten? Lesen, genau! Wie wäre es mit einem Buch von Marilyn Manson oder Ozzy Osbourne oder anderen Größen des Rockbusiness? „Visions“ hat jetzt mal die besten Rock-Autobiografien zusammengetragen. In Teil eins auf „visions.de“ geht es um „Ein-Personen-Autobiografien“, also selbst verfasst oder einem Co-Autor ins Diktiergerät gesprochen. In Teil zwei geht es um Band- oder Themen-Autobiografien.

Das sind die laut „VISIONS“ die besten Rock-Autobiografien (Teil 1): Einzelpersonen

Carrie Brownstein – „Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney“ (2015)
Zwei Bücher in einem: Einerseits die Geschichte des musikalischen Undergrounds im pazifischen Nordwesten der USA abseits von Grunge, andererseits Brownsteins Jahre vor und mit Sleater-Kinney.

Johnny Cash – „Cash. Die Autobiografie“ (1997)
Cash schrieb „Cash“ mit John Carr 1997, sechs Jahre vor seinem Tod und 20 nach seiner ersten Autobiografie „Man In Black“. Entsprechend reflektierter ist die Country-Legende in diesem gehaltvollen Update.

Mark Oliver Everett – „Things The Grandchildren Should Know“ (2008)
„ROCK MUSIC! DEATH! CRAZY PEOPLE! LOVE!“, proklamiert der Sticker auf dem Cover. So reißerisch das wirkt, alles davon kommt vor, der Eels-Kopf erzählt sein Leben aber eher lakonisch. Am besten im Original lesen.

Kim Gordon – „Girl In A Band“ (2015)
Das Ende der Ehe mit Thurston Moore und das daraus resultierende Ende von Sonic Youth aus der Perspektive von Kim Gordon. Außerdem: Ihr scharfer Blick auf die Band, die Szene und das Musikgeschäft.

Scott Ian – „I’m The Man“ (2014)
Scott Ians Autobiografie ist mehr als nur die Geschichte „dieses Typen von Anthrax“, so das Understatement im Untertitel. Sie ist auch ein Geschichtsbuch über die Mechanismen der Metal-Musikindustrie.

Alex James – „Bit Of A Blur“ (2007)
Der Blur-Bassist über die Spesen-Abrechnungen der Band in den 90ern, das Phänomen Britpop, seine Freundschaft zu Graham Coxon – und sein Käse-Imperium.

Al Jourgensen – „Akte Ministry“ (2014)
Von der jungen Sportskanone Alejandro Ramirez Casas zur unkaputtbaren Industrial-Metal-Legende: Das Protokoll mehrerer Sitzungen zwischen dem Gesicht von Ministry und dem Journalisten Jon Wiederhorn.

Maynard James Keenan – „A Perfect Union Of Contrary Things“ (2016)
Schon bevor Maynard James Keenan 1991 Tool aus der Taufe hob, hatte der Sänger einen eigenwilligen Lebensweg hinter sich. Gemeinsam mit Sarah Jensen, der Schwester eines Highschool-Freundes, hat er ihn aufgeschrieben.

Anthony Kiedis – „Scar Tissue“ (2004)
Drogen, Freundschaft, Crossover: Der Red Hot Chili Peppers-Frontmann über seine Kindheit, die Jahre im Underground von L.A., den Volltreffer „Blood Sugar Sex Magik“ und den Zerfall zum Ende der 90er, gefolgt vom zweiten Bandfrühling in Pop-Sphären.

Lemmy Kilmister – „Lemmy. White Line Fever“ (2003)
Über mehrere Jahre hinweg interviewte die Journalistin Janiss Garza den Motörhead-Chef und bastelte daraus einen ungeheuer unterhaltsamen Lemmy-Monolog, der auch als Vorlage für die Doku „Lemmy“ diente.

Marilyn Manson – „The Long Hard Road Out Of Hell“ (1998)
Der unscheinbare Brian Warner entwickelt sich zu Amerikas Nemesis und Enfant Terrible Marilyn Manson. Das Buch schildert Mansons Werdegang von der Kindheit bis zum Durchbruchsalbum „Antichrist Superstar“.

Nick Mason – „Inside Out. Mein persönliches Porträt von Pink Floyd“ (2004)
Nick Mason ist das einzige Pink Floyd-Mitglied, das an allen Studioalben beteiligt war. Mit allumfassendem Karrieredurchblick zeichnet der Schlagzeuger die Karriere einer der faszinierendsten Bands überhaupt nach.

Duff McKagan – „It’s So Easy (und andere Lügen)“ (2011)
Selten eloquent, dafür ungeschönt, schamlos und jederzeit selbstkritisch erzählt der Guns N‘ Roses-Bassist seine Version vom Aufstieg und Fall der „gefährlichsten Band der Welt“.

Bob Mould – „See A Little Light“ (2011)
Die nüchtern und bescheiden aufgeschriebene Chronologie des Bob Mould: Von Hüsker Dü und SST zum Erfolg mit Sugar zum Solowerk, dessen zwischenzeitliche Elektro-Wirrungen nach der Lektüre nachvollziehbarer sind.

Dave Mustaine – „Mustaine. Mein wahres Ich“ (2010)
Der Megadeth-Chef stellt Dinge richtig und versteckt dabei nicht die eigenen Ecken und Kanten. Zu großen Teilen in einer Entzugsklinik entstanden, in der Mustaine sich von einem Rückfall und einer Handlähmung erholte.

Ozzy Osbourne – „Ozzy. Die Autobiografie“ (2012)
Der Journalist Chris Ayres hat es geschafft, Ozzys fragmentarische Erinnerungen in einen flüssigen Text zu sortieren. Wie viel davon der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt, aber bei Geschichten ist es ja oft weniger wichtig, dass sie wahr sind, sondern dass sie gut klingen. Und das tun sie.

Iggy Pop – „Total Chaos. The Story Of The Stooges“ (2016)
Karriereumspannende Retrospektive in eigenen Worten, die Jeff Gold während eines zweitätigen Interviews in Iggy Pops Wahlheimat Florida aufgezeichnet hat – ohne den angemessen schnoddrigen O-Ton zu bereinigen.

Henry Rollins – „Get In The Van. On The Road With Black Flag“ (1994)
Der Gegenentwurf zu Drogeneskapaden, Bettgeschichten und anderen Rockstar-Klischees. Ungeschönt schildert Henry Rollins seine Zeit bei den Hardcore-Legenden Black Flag, Selbstpsychogramm mit inbegriffen.

Patti Smith – „Just Kids“ (2010)
In diesem wunderbaren Erinnerungsbuch erzählt Smith von ihrer Anfangszeit in New York, als sie 1968 den Fotografen Robert Mapplethorpe trifft und beide erst ein Paar und dann enge Freunde werden.

Frank Zappa – „The Real Frank Zappa Book“ (1989)
Zappa fabuliert über Zappa. Die vielen anderen Biografien müssen sich mit diesem Werk messen – und ziehen den Kürzeren, obwohl sie teilweise die von Zappa hier gepflegten Mythen dekonstruieren.

Foto: (c) Landmark / PR Photos

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