Rufus Wainwright war früher besessen von Judy Garland

Rufus Wainwright - 2016 Gordon Parks Foundation Awards DinnerRufus Wainwright hat 2006 ein spektakuläres Konzert von Judy Garland aus dem Jahr 1961 komplett nachgesungen.

Im Interview mit „Der Tagesspiegel“ sagte der heute 46-Jährige dazu: „Damals war ich besessen von Judy. Dieser Auftritt war mein Exorzismus. Ich lebte eine Zeit lang in Los Angeles und hatte mehr als einmal das Gefühl, Judy stünde leibhaftig vor mir – obwohl Sie seit Jahren tot war.“ Das könnte auch mit dem Drogenkonsum des Musikers zu tun gehabt haben. Er sagte dazu. „Gut möglich. Mit den Konzerten spülte ich das alles aus meinem Körper heraus. Und dann stand ich zehn Jahre später wieder mit ihren Liedern auf der Bühne und fühlte mich männlich, stark, beinahe aggressiv. Ich hatte den Eindruck, ich sei mehr Frank Sinatra als Judy Garland – und ich bin nicht einmal Fan von ihm.“

Er erklärte auch, woran das lag und sagte: „Dass ich mich in meinen Vierzigern befand und nun bestimmte Verantwortungen übernommen hatte. Ich war nicht mehr die gebrochene tragische Judy-Figur von einst. In den Jahren zwischen beiden Konzerten war ich Vater einer Tochter geworden, hatte meinen Freund geheiratet. Das waren fundamentale Einschnitte.“

Foto: (c) Lisa Holte / PR Photos