„ZDF.reportage“ über das Bahnhofsviertel Frankfurt

"ZDF.reportage" über das Bahnhofsviertel Frankfurt Im Frankfurter Bahnhofsviertel sorgen Rotlicht, Drogen und Gewalt auf der einen Seite und die Stadteilveränderung durch Szene-Bars und hochpreisige Restaurants auf der anderen Seite für Konfliktpotenzial. Die „ZDF.reportage: Bahnhofsviertel Frankfurt – Rotlicht, Drogen und Prosecco“ begleitet am Sonntag, 18. Oktober 2020, 17.55 Uhr im ZDF, Frankfurter, die dort leben und arbeiten. Der Film von Frank Gensthaler steht ab Freitag, 16. Oktober 2020, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Szenebars und hochpreisige Restaurants im Frankfurter Bahnhofsviertel eröffnet, die ein hippes Publikum anlocken – Kreative, Banker und Studenten. Einige von ihnen bleiben längst nicht mehr nur für ein Bier oder ein edles Vier-Gänge-Menü: Inzwischen leben 3900 Menschen dort, über 50 Prozent mehr als noch 2007. Und viele davon wollen dem schlechten Ruf des Viertels etwas entgegensetzen. Die Corona-Einschränkungen verändern den Stadtteil zusätzlich: Einerseits bleiben viele Rotlichtbetriebe geschlossen, andererseits schienen zwischenzeitlich die Drogenabhängigen das Bild wieder zu beherrschen. Das veränderte sich aber im Laufe der schrittweisen Normalisierung des Alltagslebens in den Sommermonaten wieder.

Die „ZDF.reportage“ ist im Viertel unterwegs und trifft unter anderem die Brüder James und David Ardinast, die sich in Frankfurt zu einflussreichen Gastronomen hochgearbeitet haben – ihre Bars und Restaurants sind edel, fein und teuer, zugeschnitten auf ein zahlungskräftiges städtisches Publikum. Am anderen Ende der Skala steht der Yok-Yok-City-Kiosk von Nazim Alemdar – seit 15 Jahren eine Institution im Bahnhofsviertel und ein Treffpunkt für Menschen aus allen Schichten: Banker und Obdachlose kaufen bei Nazim ihr Bier bei Tag und bei Nacht.

Für Marita B. ist das Bahnhofsviertel dagegen der Ort, an dem sie fast zerbrochen wäre. 15 Jahre war sie alt, als sie das erste Mal Heroin konsumierte. Danach probierte sie alles aus, was es an Drogen gibt, pendelte zwischen Knast und Straße. Seit sieben Jahren ist sie clean. Geholfen hat ihr die private Hilfs- und Entzugseinrichtung „Die Fleckenbühler“. Jetzt arbeitet Marita dort und hilft ehemaligen Abhängigen. Außerdem engagiert sich die 49-Jährige ehrenamtlich bei den „StreetAngels“ – einem Verein, der einmal in der Woche ins Bahnhofsviertel fährt, um Essen an die Bedürftigen zu verteilen.

Foto: (c) obs / ZDF / Svenja Sauer