Sophie Ellis-Bextor: „Wer wendet sich schon Musik zu, um sich in Traurigkeit zu sudeln, wenn sich die Welt eh schon heavy anfühlt?“

Sophie Ellis-Bextor - Glamour Magazine Woman of the Year Awards 2017Mitte November hat Sophie Ellis-Bextor ihr Album „Kitchen Disco“ veröffentlicht. Auch Dua Lipa und Kylie Minogue widmeten sich in ihren Alben dem Disco-Genre.

Im Interview mit „klatsch-tratsch.de“ verriet die Sängerin, ob sie Disco als DAS Genre in der Pandemie hält. Dazu sagte die 41-Jährige: „Ich weiß nicht, ob ihre Alben auch als Reaktion auf Corona entstanden sind. Aber was sich sehr früh abzeichnete in der Krise: Zu ernsthafte Auftritte waren nicht wirklich das, was die Leute im Lockdown sehen wollten. Wer wendet sich schon Musik zu, um sich in Traurigkeit zu sudeln, wenn sich die Welt eh schon heavy anfühlt? Man will sich doch besser fühlen. ‚Kitchen Disco‘ ist zwar kein reines Disco-Album, denn ich habe auch andere Songs untergemischt. Aber als Genre, das in der Gegenkultur seinen Anfang nahm und von den Schwulenclubs in New York aus die Welt eroberte, stand Disco-Musik schon immer für einen Ort der Umsicht und Emotionalität.“

Weiter erklärte sie, wie sie das meint. Sie sagte weiter: „Disco hat diese Art von Katharsis. Ein Disco-Song kann einen herzzerreißenden Text haben, während der Sound total euphorisch klingt. Wenn du solch einem Song lauscht, ist es so, als hätten sie dein Herz in die Mitte der Tanzfläche gelegt. Und das ist doch ein ziemlich cooler Platz, den du einnehmen kannst, obwohl du eigentlich die ganze Zeit Zuhause festhängst. Disco, Dance und Positivität können uns also durch die Welle tragen. Und in einigen Jahren werden wir dann erleben, dass heftigste Musik veröffentlicht wird, weil die Menschen das alles verarbeiten. Ich selbst will allerdings gar nicht wissen, was sich auf Lockdown reimt. Von mir wird es keine Lieder über den Lockdown geben.“

Foto: (c) Landmark / PR Photos