„Raus aus der Stadt“: ZDF-Doku über die neue Landlust

Raus aus der Stadt - Der Traum vom Leben auf dem LandDie neue Landlust packt immer mehr Menschen – und Homeoffice ermöglicht es einigen, sich teure Mieten in der Großstadt zu sparen. Die Dokumentation „Raus aus der Stadt – Der Traum vom Leben auf dem Land“ beleuchtet am Donnerstag, 1. April 2021, 22.15 Uhr im ZDF, wie in Coronazeiten immer mehr Menschen der Stadt den Rücken kehren wollen. Der Film von Carolin Hentschel, Norman Laryea und Renate Werner steht ab Mittwoch, 31. März 2021, 18.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung.

In Coronazeiten wird die Großstadt für viele unattraktiver – fehlende Freizeitmöglichkeiten, das beengte Wohnen, ein Gefühl von Unsicherheit.

Manche wollen nur für ein Wochenende raus aus der Stadt, andere für einen Urlaub, ein großer Teil auch komplett. Ist die Stadtflucht ein vorübergehendes Krisenphänomen oder Vorbote eines grundlegenden Wandels? Wie verändert die neue Landliebe das Land selbst? Die ZDF-Dokumentation beleuchtet unterschiedliche Aspekte des Landlebens und zeigt, welche Probleme diesem Trend im Wege stehen.

Eine junge Initiative für neues Landleben ist das Coconat in Brandenburg. In dem 80-Einwohner-Dorf Klein-Glien können Menschen das Wohnen und Arbeiten in ländlicher Idylle erst einmal ausprobieren. Die ehemalige Berlinerin Svenja Nette lebt seit mehr als einem Jahr auf dem einstigen Gutshof – für sie ist die Entscheidung fürs Land ein längerer Prozess und deshalb sieht sie das Coconat als „Zwischenraum“.

Für Rudolf Baumgarten, Bürgermeister der kleinen Gemeinde Uelversheim in Rheinland-Pfalz, bietet das Leben auf dem Land mehr Vorzüge als Nachteile. Fehlende Infrastruktur erfordert allerdings, dass man auf dem Land ein Auto hat – zudem ist guter Handy-Empfang und schnelles Internet nicht überall gegeben. Laut Baumgarten wird das Dorfleben für Städter deshalb wieder interessant, weil diese mehr Ruhe suchen und von dem Stress aus der Stadt wegwollen.

Dass die neue Landlust für kleine Orte aber auch zu einem großen Problem werden kann, zeigt sich in Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands. Der 300-Seelen-Ort an der Schlei lebt vom Tourismus. Doch die Beliebtheit des Ortes birgt auch Probleme: Städter kaufen Immobilien auf, nutzen sie als Ferienwohnung oder Alterswohnsitz. Dabei treiben sie die Preise hoch und machen es für die Ortsansässigen schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Susanne Dähner vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung sieht die neue Landbewegung von der Digitalisierung als Möglichmacher und Umzugshelfer getragen. Doch die Expertin mahnt auch, dass viele Städter idealisierte Vorstellungen vom Landleben haben. So bleibt als Herausforderung, wie neue und alteingesessene Landbewohner zusammenfinden und gemeinschaftlich das Landleben neu gestalten können.

Foto: (c) ZDF / Marina Weishaupt