Hass, Hetze und Gewalt: “37°”-Reportage im ZDF über Politikerinnen und Politiker im Visier

ZDF: "37°" über Hass und Gewalt gegen PolitikerDrohbriefe, verbale Aggressionen, sexistische Gewaltandrohungen in den sozialen Netzwerken bis zu tätlichen Angriffen – das ist Teil des Alltags von Politikerinnen und Politikern geworden. Wie die ständige Bedrohung das Leben der Betroffenen verändert, und welchen Einfluss sie auf ihre Arbeit hat, zeigt “37°” am Dienstag, 3. Mai 2022, 22.15 Uhr im ZDF. Der Film “Hass, Hetze, Gewalt – Politiker*innen im Visier” der Autorin Anja Michaeli steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.

René Wilke ist Oberbürgermeister von Frankfurt/Oder und Mitglied der Partei DIE LINKE. Seit seinem Amtsantritt 2018 bekam er mehrere Morddrohungen. Wilke musste sogar umziehen, weil ihn immer wieder Menschen vor seinem Haus abpassen wollten. Beleidigungen gehören für ihn zum Alltag. Die Strategie des 37-Jährigen: Er besucht die Menschen, die ihm Drohbriefe schreiben, persönlich und versucht herauszufinden, ob sich dahinter ein wirkliches Anliegen verbirgt. Häufig ist es den Konfrontierten dann zutiefst peinlich.

Ricarda Lang ist Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Grünen. Egal zu welchem Thema sie sich äußert, sie erlebt hauptsächlich Bodyshaming in Form von bösartigen Beschimpfungen. Nach einem Auftritt bei “Hart aber fair” im Juni 2021 trendete ihr Name auf Platz eins bei Twitter, ein Shitstorm ergoss sich über die heute 28-Jährige. “Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich stehe da immer komplett drüber”, meint Lang. Doch für Ricarda Lang bedeuten die Hassbotschaften auch Motivation, sich nicht unterkriegen zu lassen. Denn das sei genau das, was erreicht werden solle – Frauen mundtot zu machen.

Auch Andreas Hollstein, 59, hat Hass, Hetze und Gewalt erlebt. Hollstein war von 1999 bis 2020 Bürgermeister im westfälischen Altena. 2017 wurde er in einem Imbiss in der Nähe seines Hauses mit einem Messer angegriffen und verletzt. Zwar saß er schon am nächsten Tag wieder in seinem Büro, doch der Angriff wirkt nach. Der erste Gang durch die Stadt nach der Tat kostete Überwindung, in den folgenden Monaten erlitt Hollstein drei Hörstürze. Auch nach dem Attentat erhält der CDU-Politiker immer wieder Morddrohungen. Aufgeben werde er auf gar keinen Fall, sagt Hollstein.

Foto: (c) ZDF / Anja Michaeli